Freitag, 5. Juli 2013

Die aktuelle Kadersituation bei den s.Oliver Baskets nach dem King-Schock

Hallo zusammen, 

da bin ich wieder! Die einen werden sich freuen, die anderen werden sagen "oh man es war doch so schön ruhig ohne den". Letzteren sei gesagt, ätschi bätsch ;).

Als Basketball Fan der s.Oliver Baskets hat man es derzeit nicht leicht. Zum einen dringen während der Offseason kaum Informationen nach außen, noch fühlt man sich von Seiten des Würzburger Basketball Bundesligisten auch nicht dazu genötigt, den Anhängern durch eine transparentere Pressearbeit, die sich ständig neu aufwerfenden Fragen zu beantworten (Stichwort Ben Jacobson oder Hallenbau).

Seit gestern Abend ist diese Episode um ein weiteres Kapitel reicher. Baskets Kapitän Alex King steigt, für Fans und Verantwortliche gleichermaßen überraschend, aus seinem erst am 12. Dezember 2012 unterzeichneten Dreijahresvertrag aus und wechselt zum Ligakonkurrenten ALBA Berlin. Möglich wird das Ganze durch eine Austiegsklausel, welche sich King in seinen bis 2016 datierten Vertrag bei den s.Oliver Baskets hat einbauen lassen.

Im Interview mit der lokalen Presse meint die Geschäftsführung der Baskets, dass man sich dieses Szenario bis vor wenigen Tagen nicht hätte vorstellen können. Jedoch weckt King nach seiner guten letzten Saison und seiner Berufung in den Kreis der Basketball Nationalmannschaft Begehrlichkeiten mit denen man als Mittelfeld Team der Liga eben nicht mehr so einfach mithalten kann und auch nicht sollte. Die Preistreiberei der großen Vereine des Landes ist eine gefährliche Entwicklung für die Liga und den gesamten Sport.

Wie soll man sich als finanziell limitierter Club jetzt noch sicher sein, wenn selbst Verträge scheinbar nicht mehr allzu viel zählen?

Ein neuerlicher Schock für die Würzburger Basketball Fangemeinde. Verliert man mit King nicht nur einen aktuellen Nationalspieler und BBL Allstar sondern auch noch die vom Club so wunderbar aufgebaute Identifikationsfigur. Schnell machte die Rede vom Söldner und Scheinheiligen die Runde quer durch die diversen Internetplattformen. So schnell fällt man also vom durch die eigenen öffentlichen Liebesbekundungen zu Stadt und Verein selbst erbauten Sockel.

Sicherlich ist der Vorgang grundsätzlich im Profisport keine große Sensation mehr, schmerzen tut es die Betroffenen dennoch jedes Mal aufs Neue.

Was bedeutet dieser Abgang jetzt aber für die aktuelle Kaderplanung beim ehemaligen Playoff Halbfinalisten?

Schauen wir uns mal an, wie das Team derzeit so aussieht. Ich habe Ben Jacobson jetzt mal aus dieser Übersicht heraus gelassen, da ich nach wie vor davon ausgehe, dass er in der kommenden Saison nicht mehr in Würzburg spielen wird, auch wenn man seit Wochen bzw. Monaten von Seiten der Baskets nichts mehr zu diesem Thema hört.

PG xxx1, Maurice Stuckey

SG John Little, Ricky Harris

SF Jimmy McKinney, xxx2*, Max Ugrai

PF xxx3, Max Kleber

C Chris McNaughton, Jason Boone, xxx4*

Sind bislang also acht von zwölf Kaderspots besetzt, davon vier deutsche Spieler. Wobei Max Ugrai sicherlich in allererster Linie als 12. Mann den Kader auffüllen wird und man bei Max Kleber doch eher vorsichtig sein sollte, in welcher Rolle man ihn einplant. Der Abgang von Alex King würde also hier noch eine zusätzliche Baustelle auf machen, vor allem wenn man bedenkt, dass so gut wie alle Rotationsfähigen Deutschen bereits vom Markt sind. Sieht also alles noch etwas unausgewogen aus.

Blicken wir nun auf die Spieler (aus der vergangenen BBL bzw. Pro A Saison), die in meinen Augen für die noch offenen Kaderplätze bei den s.Oliver Baskets in Frage kommen.

xxx1: Jared Jordan, Stanley Burrell, Davin White, Hördur Vilhjalmsson, Mustafa Abdul-Hamid, Vaughn Duggins, Johannes Strasser, Bastian Doreth, Besnik Bekteshi

Unschwer zu erkennen, hier geht es um die noch vakante PG Position. Hier ist die Gretchenfrage einmal mehr, möchte Marcel Schröder überhaupt einen klassischen PG verpflichten oder kommt doch eher ein weiterer Comboguard mit gutem Ballvortrag (wie McIntosh in der letzten Saison). Sollte man Mo Stuckey als dritten Mann auf der SG Position einplanen, könnte man noch einen deutschen Backup PG wie z.B. JJ Strasser verpflichten. Dann fällt der zusätzliche deutsche Spieler bei xxx2 allerdings weg.

Jared Jordan ist sicherlich eher ein Name der nicht bei den Baskets landen wird, denn ich denke man kann a. finanziell nicht wirklich das bieten was er sich vorstellt und b. wäre es sportlich gesehen für ihn eher eine Verschlechterung im Vergleich zu den im Eurocup antretenden Bonnern.

Stanley Burrell sorgt derzeit vor allem mit seinen verbalen Rundumschlägen gegen seinen (noch) Arbeitgeber, die Eisbären Bremerhaven, bei Facebook für Furore. Fraglich ob man sich so einen Zeitgenossen ins Haus holen möchte. Seine sportlichen Fähigkeiten stehen hierbei völlig außer Frage.

Am meisten taugen würde mir von den oben genannten Namen Davin White, letzte Saison Topscorer der Liga und in Diensten von Phoenix Hagen aktiv.

xxx2: Steve Esterkamp, Nate Linhart, Mario Stojic, Sebastian Betz, Ben Rice, Kevin Wysocki

Hier geht es um einen, aus meiner Sicht noch absolut notwendigen Backup für die SF Position, der gleichzeitig vielleicht auch noch ein paar Minuten auf der 4 abgreifen kann. Bei Steve Esterkamp wäre evtl. noch die Möglichkeit vorhanden an einen deutschen Pass zu kommen. Dann wäre er mein Favorit für diese Position. Ein anderer Kandidat wäre Adem Hess gewesen, der unterdessen leider in Ulm unterschrieben hat.

Nate Linhart fällt wohl sowohl aus finanziellen Gründen raus und nach dem Abgang von Alex King braucht man notgedrungen eher einen deutschen Spieler auf dieser Position.

Ben Rice (Israeli mit deutschem Pass) und der ehemalige Ulmer Energizer Sebbo Betz sind hierbei wohl eher im Bereich des Möglichen. Mario Stojic (Kroate mit deutschem Pass und zuletzt in Belgien aktiv) könnte auch noch in Frage kommen, ist allerdings auch bei den Artland Dragons im Gespräch.

Eine günstige aber nicht völlig blöde Variante wäre eine Verpflichtung von Kevin Wysocki. Er kann in meinen Augen locker einige gute Minuten von der Bank bringen wenn nötig.

xxx3: Zach Peacock, Yassin Idbihi, Dane Watts, Keaton Nankivil, Ruben Spoden,

Nach dem unerwarteten Abgang von Alex King wird gerade auf der Position des PF eine zusätzliche Baustelle auf gemacht. Klar war, dass man nach dem Abgang von Dwayne Anderson noch einen US-Boy bzw. Importspieler als Starter brauchen wird. Nun kann es sogar gut sein, dass man noch einen zusätzlichen Backup benötigen könnte. Vor allem für den Fall, dass Max Kleber wider Erwarten doch nicht rechtzeitig fit wird bzw. sich möglicherweise erneut verletzt.

Hier würde ich eine Kombination aus Zach Peacock und Ruben Spoden bevorzugen. Allerdings fraglich ob Spoden sich, im Falle eines gesunden Max Kleber, mit dieser Rolle zufrieden geben wird. Beide Spieler könnten im Notfall auch mal auf der 5 eingesetzt werden, was nach den Erfahrungen der letzten Saison unbedingt mit bedacht werden sollte.

Yassin Idbihi wäre ein komplett anderer Spielertyp als die bisherigen PF unter Schröder. Ein Brettspieler durch und durch, der aber auch mal aus der Mitteldistanz gefährlich werden kann. Allerdings kein 3er Shooter, wie sie Schröder ja gerne auf dieser Position einsetzt. Falls es finanziell machbar ist, eine durchaus brauchbare Lösung, vor allem weil er auch sehr gut auf die 5 ausweichen kann, wo ich ihn eigentlich eher sehe.

xxx4: Robert Tomaszek, Bogdan Radosavljevic, Jonathan Malu

Holt man eher einen Swingman, also Spieler der 3 und 4 Spielen könnte, dann wäre ein weiterer Ersatzmann auf der 5 unabdingbar. Erstens hat man so einen Plan B falls sich, wie letzte Saison, einer der beiden Center verletzen sollte und zweitens im Falle von Foulproblemen ebenfalls jemanden, der in die Bresche springen könnte. Hierbei wäre ein möglichst variabler Spielertyp gefragt, der notfalls auch den dritten Mann auf der 4 abgeben könnte.

Sicherlich  mögen da auf den ersten Blick einige abenteuerliche Namen dabei sein, allerdings muss man auch einfach die mögliche Rolle der Spieler sehen. Ein Kevin Wysocki beispielsweise, könnte in meinen Augen schon die ein oder andere Minute BBL spielen und wenn nötig Entlastung bringen. Ebenfalls die von mir aufgezählten Spieler für den dritten Center Spot.

Ich weiß wir sind hier nicht bei wünsch dir was, aber mein Wunschkader würde nach den von mir oben genannten Kriterien wie folgt aussehen (ohne Berücksichtigung der wahrscheinlichen Spielzeit der einzelnen Spieler):

PG Davin White, Johannes Strasser

SG John Little, Ricky Harris, Maurice Stuckey

SF Jimmy McKinney, Ben Rice (Sebbo Betz), Max Ugrai

PF Zach Peacock, Max Kleber, Ruben Spoden (Jonathan Malu)

C Chris McNaughton, Jason Boone

Ja ich weiß, es sind 13 Spieler. Ich habe jetzt einfach mal eine weitere Verletzung von Max Kleber mit eingeplant, das sollten die Baskets Verantwortlichen nach den Erfahrungen der letzten Jahre ebenfalls tun. Alles andere wäre schlichtweg dumm und blauäugig!

Sollte Jordan nicht in Bonn verlängern, wäre er für mich die erste Alternative zu White. Mein Bauchgefühl sagt mir aber, dass wir wohl eher Stanley Burrell in Würzburg sehen werden. Ebenfalls glaube ich auch, dass man Stuckey als Back-up PG einplant und somit keine weiteren Backup PG verpflichten wird.

Und ja, ich denke dieser Kader wäre durchaus bezahlbar, nur von der Verteilung der Spielzeit her könnte es da einige Probleme geben. Zudem wäre man so relativ breit und flexibel aufgestellt und könnte auf mögliche Verletzungen gut reagieren, da viele Spieler auf 2-3 Positionen einsetzbar sind.

Sicherlich kommt am Ende sowieso alles wieder ganz anders als wir uns das hier ausmalen. Allerdings ist die Offseason doch genau für solche Spinnereien und Spielereien da. Vor allem wenn von Seiten des Vereins absolut keine Neuigkeiten nach außen dringen bzw. mögliche negative News gar nicht erst kommuniziert werden.

Meine Beiträge könnt ihr übrigens in Zukunft auch auf dem neuen Basketball Newsportal Courtreview nachlesen.


Das soll es dann auch für dieses Mal gewesen sein. Ich hoffe ihr hattet euren Spaß beim Lesen und könnt meinen Gedankenspielen folgen. Natürlich würde ich mich auch über jede Menge Feedback bzw. eure Gedankenspiele zur aktuellen Situation freuen. Besucht dafür doch einfach meine Blog Fanpage auf Facebook oder schreibt mir eine E-Mail.

Bis zum nächsten Mal!

Freddy

Kommentare:

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