Samstag, 7. Dezember 2013

Die s.Oliver Baskets zu Gast in der ältesten Stadt Deutschlands

Hallo zusammen!
Wenn am kommenden Sonntag um 17 Uhr die Mannen von Henrik Rödls TBB Trier auf die s.Oliver Baskets Würzburg um ihren neuen Chefcoach Stefan Koch treffen, wird es wohl zum berühmt berüchtigten Duell auf Augenhöhe kommen.
Denn während sich die s.Oliver Baskets derzeit, nicht nur wegen ihres Überraschungssieges am ersten Advent in Bonn, klar im Aufwind befinden, wechselten sich bei den Trieren im bisherigen Saisonverlauf Licht und Schatten in schöner Regelmäßigkeit ab.
Der überraschenden Auftaktniederlage in eigener Halle gegen den Aufsteiger Rasta Vechta (84:87) folgte eine weitere Pleite gegen die NewYorker Phantoms Braunschweig (67:58) bevor es dann am dritten Spieltag den ersten Sieg gegen den MBC (75:69) zu bejubeln gab.
Danach ging es mit einer wohl eher verschmerzbaren und dazu recht knappen Niederlage beim Vizemeister in Oldenburg (81:75) weiter, bevor dann in der heimischen Arena Trier die WALTER Tigers Tübingen besiegt werden konnten (79:71). Auch der nächste BBL Vertreter aus Baden-Württemberg, ratiopharm Ulm konnte sensationell und sogar  in deren eigener Halle mit 84:79 bezwungen werden.
Der November verlief dann alles andere als erfolgreich für die Mannen von der Mosel, denn alle vier Partien dieses Monats gingen verloren (75:85 gegen Frankfurt, 67:76 in Quakenbrück, 82:88 gegen Hagen und 88:94 in Bamberg).
Erst am vergangenen Wochenende konnte man bei John Patricks MHP RIESEN Ludwigsburg mit einem 81:77 Auswärtserfolg wieder in die Erfolgsspur zurückkehren.
Gerade zu Hause sind die Trierer ihren Fans in dieser Saison bislang einiges schuldig geblieben. Von bislang fünf Partien konnten lediglich zwei gewonnen werden.
Ob das ausgerechnet gegen die zuletzt wiedererstarkten s.Oliver Baskets gelingen wird, darf zumindest bezweifelt werden. Schon nach der Freistellung von Marcel Schröder als Head Coach der Baskets war in den beiden Spielen unter Interimscoach Michael Meeks ein deutlicher Aufwärtstrend sichtbar. Bei der Premiere von Stefan Koch als neuem Captain auf der Würzburger Kommandobrücke am letzten Sonntag gab es dann gleich auch den ersten Sieg. Hierbei überzeugten die Würzburger erstmals in dieser Saison über die kompletten 40 Minuten und konnten selbst nach einer Aufholjagd der Bonner im dritten Viertel dem Druck standhalten und den Sieg erfolgreich nach Hause schaukeln. Erneuter Topscorer der Unterfranken war hierbei einmal mehr Youngstar Maximilian Kleber mit 19 Punkten. Lediglich beim Thema Offensivrebounds des Gegners und an den eigenen Ballverlusten muss man noch arbeiten, was unter der Woche allerdings auch geschehen sein dürfte.
Team Check TBB Trier
Bei der TBB Trier und Chefcoach Henrik Rödl wird traditionell auf deutsche Talente gesetzt, so auch in dieser Saison. Neben Center Andreas Seiferth, der sehr dominant unter dem Korb spielt und seine Verletzung aus der Nationalmannschaft endlich überwunden hat, steht seit einigen Wochen mit Ex-Gonzaga Bulldogs Akteur Mathis Mönninghoff eine weitere deutsche Nachwuchshoffnung in der Startformation der Trierer. Ergänzt wird die erste Fünf vom kanadischen Point Guard Jermaine Anderson (11.5 PPG, 4.7 RPG, 3.2 APG) sowie Shooting Guard Trevon Hughes (15.9 PPG, 4.6 RPG, 3.6 APG) und last but not least, ganz nach Würzburger Tradition eigentlich, vom ehemaligen Göttinger Vitalis Chikoko (10 PPG, 5.6 RPG, 56.5 % Wurfquote).
Ebenfalls zum Kader gehören der ehemalige Würzburger Jermaine Bucknor, sowie der Kanadier Warren Ward (SF) und der Litauer Laurynas Samenas (SG), der anscheinend in den letzten Spielen seinen Wurf gefunden hat und ein sehr sicherer Distanzschütze ist. Komplettiert wird die Rotation von Ex-Bayreuther Stefan Schmidt (C) und dem bislang leider verletzten Anthony Canty, der aber am Sonntag nach aktuellen Informationen sein Saisondebut geben wird, sowie einigen weiteren hoffnungsvollen Nachwuchsakteuren aus der Trierer Talentschmiede.
Team Check s.Oliver Baskets
Bei den s.Oliver Baskets sind erneut fast alle Mann mit an Bord. Lediglich hinter Sebastian Betz steht weiterhin ein großes Fragezeichen. Ein Einsatz scheint doch eher unwahrscheinlich. Außerdem gehört Lamont Mack seit dieser Woche nicht mehr zum Kader von Stefan Koch. Sein Vertrag wurde aufgelöst.
Wird spannend zu sehen sein ob die Formkurve von Maximilian Kleber weiterhin steil nach oben zeigt. Seine Leistungen der letzten Wochen sind auch den Leuten der Beko BBL nicht verborgen geblieben. Kleber ist erstmals zur Wahl „Top-Performer“ des Monats nominiert. (Wer bislang noch nicht für Maxi abgestimmt hat kann das noch bis morgen Mittag tun)
Eine weitere Schlüsselrolle wird auch in dieser Begegnung Würzburgs Center Chris McNaughton zukommen. Im Duell mit Andreas Seiferth kommt auf C-Mac ein gehöriges Stück Arbeit zu. Ebenfalls muss Jimmy McKinney seine aufsteigende Form aus dem Bonn Spiel bestätigen.
Wie eingangs geschrieben wartet am Sonntag also ein Spiel auf Augenhöhe auf die s.Oliver Baskets. Bislang konnte man drei von vier Beko BBL Spielen gegen TBB Trier für sich entscheiden, darunter beide Duelle in der Arena Trier. Diese Serie soll, nach Meinung der Würzburger Anhänger, auch am Sonntagabend noch Bestand haben. Auch dieses Mal wird wieder eine große Anzahl Würzburger Fans in fremder Halle zu gegen sein um ihr Team nach Leibeskräften zu unterstützen und zum Sieg zu schreien.
Bis zum nächsten Mal,
Freddy

Montag, 2. Dezember 2013

Würzburger Wiederauferstehung startet mit Sieg in Bonn

Hallo zusammen!

Gaaaaaaaaaaaaanz tief durchatmen, dass mussten sicherlich nicht nur die Verantwortlichen der s.Oliver Baskets nach der Schlusssirene der gestrigen Partie bei den Telekom Baskets Bonn. Natürlich überraschend, aber gemessen am Spielverlauf mehr als verdient, konnte der Tabellenletzte der Beko BBL das bisherige Überraschungsteam der Saison mit 76:87 in deren eigenen Halle besiegen. Somit bleiben die Unterfranken auch nach ihrem dritten Auftritt im Telekom Dome bei Pflichtspielen ungeschlagen. Gleichzeitig konnte man Stefan Koch einen mehr als gelungenen Einstand bescheren.

Sorry, liebe Bonner Freunde, aber dieser Sieg war für uns so verdammt wichtig!

Am Samstagabend musste ich beim Durchgehen der BBL-Ergebnisse mit schrecken feststellen, dass sowohl Rasta Vechta gegen Bayreuth gewinnen konnte, als auch die Eisbären Bremerhaven bei ALBA Berlin triumphieren konnten. Bremerhaven? Das Bremerhaven welches sich beim bislang einzigen Heimsieg der s.Oliver Baskets in dieser Spielzeit in absolut desolatem Zustand präsentiert hatte. Wahnsinn! Ein Beispiel dafür, wie es auch laufen kann wenn man am Trainer fest hält und dieser es schafft sein Team wieder in die Spur zu bringen.
In Würzburg war dies bekanntlich nicht der Fall gewesen und so kam es am gestrigen Sonntagnachmittag zur heiß ersehnten Premiere von Stefan Koch als Headcoach der s.Oliver Baskets.

Auf der Hinfahrt nach Bonn waren meine drei Mitfahrer und ich uns einig, dass heute auf jeden Fall eine Siegchance bestehen wird. Zum einen weil der aktuelle Tabellenplatz das Leistungsvermögen unseres Teams nicht ansatzweise wiederspiegelt und zum anderen wegen des „Koch-Faktors“. Endlich wieder einen Trainer zu haben, der a. nicht nur die Stärken seines Teams kennt und diese auch zu nutzen weiß, sondern b. auch weiß wie man auf gewisse Situationen innerhalb einer Partie schnell und richtig reagiert. Ein wahrlich erhebendes Gefühl.

So starteten die Gäste aus Unterfranken auch wie die sprichwörtliche Feuerwehr in die Begegnung, währenddessen den Bonner Gastgebern ihre Einstellung und Konzentration wohl auf dem Weg von der Umkleide aufs Parkett abhandenkam. Völlig pomadig und geistig nicht auf der Höhe präsentierte man sich in den ersten 20 Minuten des Spiels, was nicht nur den heimischen Zuschauern sicht- und hörbar missfiel. Auch Bonns Head Coach Mathias Fischer war während der ersten Hälfte nicht wirklich begeistert von dem was seine Mannen da auf Parkett brachten. In der Pressekonferenz nach dem Spiel sprach er davon, dass seine Jungs einfach nicht dazu bereit gewesen waren den Fight der Würzburger anzunehmen und entsprechend darauf zu reagieren. Stattdessen habe man sich dann lieber in überflüssigen Diskussionen mit den Schiedsrichtern verloren, was dem ohnehin schon schwierigen Verlauf des Spiels nicht sonderlich dienlich war.

Erst in den letzten zwei, drei Minuten der ersten Halbzeit wachten die Bonner langsam auf und konnten durch einen 14:2 Run noch auf ein verschmerzbares 34:46 verkürzen.

Nach der Pause war die Begegnung dann zwar ausgeglichener, allerdings konnten die Würzburger immer wieder wichtige Nadelstiche setzen und die Hausherren so auf Distanz halten. Gut fünf Minuten vor Spielende schien das Ganze sogar zu Gunsten der Bonner zu kippen. Bis auf vier Zähler (65:69) hatte man sich heran gekämpft, doch auch jetzt hatten die s.Oliver Baskets wieder die passenden Antworten parat. Knapp drei Minuten vor dem Ende konnte dann der an diesem Nachmittag überragend aufspielende Maximilian Kleber mit seinem zweiten erfolgreichen Dreier das Spiel zum Stand von 66:79 endgültig entscheiden.

Was nun nur noch folgte war die übliche Freiwurf-Arie zum Ende eines Basketball Spiels, welches die unterfränkischen Gäste schlussendlich überraschend aber hoch verdient mit 76:87 für sich entscheiden konnten.
Mein Bauchgefühl vor dem Spiel hatte sich also bestätigt und dieser 11.Spieltag der Beko BBL Saison 2013-2014 war um eine weitere Sensation reicher geworden. Dieser erste Advent 2013 könnte so etwas wie der Startschuss zur Aufholjagd der s.Oliver Baskets gewesen sein. Man könnte auch sagen, die Saison hat für Würzburg an diesem Sonntagnachmittag neu begonnen.

Auf der PK nach dem Spiel sprach Stefan Koch seinem Team ein großes Kompliment aus. Man habe die seit Mittwoch im Training erarbeiteten Dinge heute sehr gut umgesetzt. Dies waren vor allem Anpassungen in der Verteidigung und das Passspiel. Man habe den Ball wieder mehr über den Pass bewegen wollen und nicht über das Dribbling wie es in der Vergangenheit der Fall gewesen war. Natürlich bietet die Leistung dennoch noch deutlich Luft nach oben, denn mit 19 Ballverlusten und 15 abgegebenen Offensivrebounds wird man zukünftig nicht viele Spiele gewinnen. Daran werde man in den nächsten Tagen und Wochen weiter intensiv arbeiten.

Mein persönlicher Man of the match:

Wie könnte es anders sein, Maximilian Kleber. 19 Punkte, darunter zwei Dreier und 5 Rebounds standen am Ende für den Würzburger Youngster zu Buche. Er konnte einmal mehr unter Beweis stellen, wie wichtig er für diese Mannschaft ist und wie schmerzlich man ihn wohl schon ab der kommenden Saison vermissen wird. Denn eines steht fest, wenn der Junge so weiter macht werden wir ihn nicht mehr lange im Trikot der s.Oliver Baskets erleben dürfen. Aber auch das sei ihm dann absolut gegönnt!

Ebenfalls positiv erwähnen möchte ich noch Center Chris McNaughton, der ein bockstarkes Spiel abgeliefert hat und gezeigt hat das man Spiele auch über Punkte am Korb gewinnen kann und nicht nur durch wahrloses Geballere von außen. Auch Jimmy McKinney und John Little haben sich heute mit ihren Leistungen wieder in die richtige Richtung bewegt. Weiter so!


Nächste Woche geht es in Trier weiter, bevor dann am 14.12.2013 die Heimpremiere von Stefan Koch steigt. Gegner dann sind Ex-Baskets Coach John Patrick und seine MHP RIESEN Ludwigsburg.

Montag, 25. November 2013

Das Derby verloren, viel Selbstvertrauen gewonnen.

Hallo zusammen,

zu einer weiteren Ausgabe meines Basketball Blogs. Bevor es los geht noch ein kleiner Hinweis in eigener Sache. Meine Beiträge gibt es aktuell ebenfalls auch auf Courtreview zu lesen. Schaut einfach mal vorbei, gibt viele interessante Artikel dort, rund um das orangefarbene Leder :).

Hätte man den Fans und Verantwortlichen der derzeit krisengeschüttelten s.Oliver Baskets vor dem Spiel gegen den Ligakrösus FC Bayern Basketball das spätere Endergebnis von 86:95 angeboten, ich bin mir felsenfest sicher JEDER hätte sofort unterschrieben und das Resultat mit Wonne angenommen. Zu groß war die Angst vor der Partie, dass man ähnlich wie die WALTER Tigers aus Tübingen letzte Woche von den Bayern aus der Halle geschossen wird (105:68) und das auch noch vor den Augen der ganzen Nation. Nicht auch noch sportlich zur Lachnummer der Liga werden, sich achtbar verkaufen und den Fans endlich wieder zeigen, dass man gewillt ist bis zum letzten Blutstropfen alles zu geben. Das war das Minimalziel vor der Partie. Nach dem Spiel und dessen teils wirklich mehr als ausgeglichenen Verlaufs muss man sogar sagen, es wäre durchaus noch etwas mehr drin gewesen.

Aber der Reihe nach.

Beide Teams konnten nahezu in Bestbesetzung antreten. Bei den Hausherren fiel nach der Genesung von Center Koloss Jason Boone dessen Landsmann Demond „Tweety“ Carter als siebter Ausländer aus der Rotation, bei den Bayern fehlten lediglich der Ex-Albatross Deon Thompson und der ehemalige Würzburger Demond Greene.

Vom Sprungball weg entwickelte sich eine wirklich intensive und ansehnliche Partie, bei der die Hausherren, sehr zur Freude der eigenen Fans, nach einem 8:0 Zwischenlauf durch einen erfolgreichen Dreier von Eigengewächs Maximilian Kleber mit 10:6 in Führung gehen konnten (4.Spielminute). Zwar konnten die Bayern dann relativ rasch wieder ausgleichen, doch sollte sich das Ergebnis bis zum Ende des ersten Viertels immer eng gestalten. Am Ende des Durchganges stand sogar eine 24:22 Führung für den aktuellen Tabellenletzten der Beko BBL.

Im Zweiten Viertel bot sich den 3.140 Zuschauern in der erneut restlos ausverkauften s.Oliver Arena dann das gleiche Bild. Kein Team konnte sich wirklich deutlich absetzen. Die Würzburger verteidigten so bissig wie lange nicht und trafen hochprozentig von jenseits der Drei-Punkte-Linie (8/15 – 53 % bis zur Halbzeit). Die Bayern hielten sich vor allem durch Liga-MVP John Bryant, den man auf Würzburger Seite auf dem Weg zum Korb einfach nicht in den Griff bekam und Scharfschütze Lucca Steiger (3/4 3er in der ersten Halbzeit) in der Begegnung. Hätten die Unterfranken den ein oder anderen Fastbreak konzentrierter und etwas durchdachter abgeschlossen, es wäre mehr als „nur“ ein 44:44 zur Halbzeit möglich gewesen. Auch das Clock Management zum Ende von Q 2 war leider etwas dürftig.

Egal, die Fans der Hausherren waren mit der bisher dargebotenen Leistung ihrer Lieblinge mehr als zufrieden. Mit dementsprechend viel Applaus ging es für die Mannen von Interims-Headcoach Michael Meeks in die Halbzeitpause.

Im 3.Viertel dann eigentlich alles wie gehabt. Die Bayern dominierten die Bretter, durften das ein oder andere Mal an die Freiwurflinie und trafen, wenn nötig, wichtige Würfe von außen. Die Gastgeber hingegen zeigten sich weiterhin bissig und aggressiv und blieben durch eine zwar sinkende aber immer noch gute Dreierquote weiterhin im Spiel. 4,5 Minuten vor dem Ende des 3.Viertels stand es somit nach wie vor relativ ausgeglichen 56:57 für die Bayern. Vor allem aber Nationalspieler Lucca Steiger war es dann, der sein Team von Downtown immer wieder in Front bringen konnte. Die dazu stetig steigende Zahl an Freiwürfen untermauerten das Ergebnis dann bis zum Ende des Durchganges und so konnte der Tabellenführer erstmals mit einer leichten Führung aus einem Viertel heraus gehen (67:72).

Im Schlussabschnitt wurde das Spiel dann durch zwei Faktoren endgültig entschieden. Zum einen suchte man auf Seiten der Gastgeber das Heil nun einfach wieder viel zu oft von außen, anstatt weiter konstant zum Korb zu ziehen. Der Erfolg hierbei blieb jedoch relativ überschaubar und so sank Dreierquote der Hausherren immer weiter (am Ende dennoch relativ annehmbare 42 % - 13/31). Zum anderen agierten die Bayern nun einfach abgezockter. Immer wieder wurde der Ball zu John Bryant an den Rand der Würzburger Zone gepasst, wo man ihn einfach nicht stoppen konnte. Entweder verwandelte er den Ball direkt, oder aber er konnte das Foul gegen seinen Würzburger Widersacher ziehen, was in meinen Augen aber nicht immer fair und objektiv beurteilt wurde. Dazu später noch mehr.

Ganz zum Ende wurde es dann noch einmal kurzzeitig hitzig auf dem Parkett, als Würzburgs Center Jason Boone seinen Münchner Gegenspieler Chevon Troutman unsanft zu Boden beförderte als das Spiel eigentlich schon gelaufen war. Muss sicherlich nicht sein, allerdings hätte sich Chevy Troutman die Darbietung seines schauspielerischen Talentes dann auch schenken können.

Letztlich stand am Ende ein zwar verdienter aber durchaus hart erarbeiteter 86:95 Sieg für die Korbjäger aus der Landeshauptstadt. Würzburgs Spieler sollten aber deutlich an Selbstvertrauen gewonnen haben, was für die nächsten Wochen nicht unwichtig sein dürfte.

Zum Abschluss dieses Beitrages möchte ich noch auf ein paar Punkte eingehen, die mir nicht so gefallen haben. Hierbei muss ich vor allem, was ich nicht häufig tue, die Schiedsrichter ansprechen. Zwar möchte ich im Zusammenhang mit John Bryant und dessen grenzwertigen Agieren am Rand der gegnerischen Zone nicht das Wort „MVP-Bonus“ in den Mund nehmen, aber dass er in dieser Liga schon eine gewisse Narrenfreiheit besitzt wenn es darum geht sich in den Gegenspieler hinein zu wuchten, ist für mich absolut unstrittig. International funktioniert das eben nicht und deswegen bleibt „Big John“ da auch hinter den in ihn gesteckten Erwartungen zurück. Finde ich persönlich sehr schade, aber das hat sich die Liga selbst zuzuschreiben. Ein weiterer, auch in der Vergangenheit schon oft genannter aber selten bestrafter Punkt, ist die Narrenfreiheit die Star-Coach Svetislav Pesic bei den deutschen Referees genießt. Der gute Mann steht 40 Minuten lang nicht nur jenseits seiner eigentlichen Coaching Zone, nein er steht AUF dem Spielfeld. Sagen die Schiedsrichter etwas dazu? Natürlich nicht. Darf er nach fast jeder Aktion gegen sein Team ungestraft wie ein Rohrspatz auf die Schiedsrichter ein schimpfen und diese sogar körperlich attackieren? Selbstverständlich.

Entschuldigung liebe Beko-BBL aber das ist, nicht nur für mich, absolut nicht mehr akzeptabel. Vielleicht sollte man einfach mal anfangen alle Teams, egal ob Spieler, Trainer und sonstige Verantwortliche, gleichwertig und fair zu behandeln. Natürlich sieht man das auch immer etwas durch die eigene Fanbrille, aber auch als neutraler Beobachter muss man einfach sagen, hier wird mit zweierlei Maß gemessen und das geht einfach nicht.

Abschließend sei mir noch erlaubt meine Meister-Prognose abzugeben. Die Bayern werden dieses Jahr deutscher Meister. Warum? Ganz einfach, wer es im vierten Anlauf endlich schafft auch bei seinem größten Angstgegner, seinem ganz persönlichem Kryptonit zu gewinnen, der kann jeden schlagen ;).

Das soll es dann auch schon wieder gewesen sein. Ich hoffe ihr hattet euren Spaß beim lesen und empfehlt mich weiter ;). Schaut bitte auch mal auf meiner Facebook Fanpage vorbei und hinterlasst dort ein kleines Feedback, würde mich sehr darüber freuen.

Bis zum nächsten Mal,

Freddy

Mittwoch, 23. Oktober 2013

Trendwende in Entenhausen oder der endgültige Super-Gau?

Hallo zusammen,

zu einer weiteren (Kurz-) Ausgabe meines Basketball Blogs. Auch für den 6. Spieltag möchte ich einen kleinen Ausblick auf die anstehende Partie der s.Oliver Baskets bei den Artland Dragons in Quakenbrück wagen.

Das nächste "Schicksalsspiel" für Marcel Schröder also, oder doch nur ein weiterer Akt dieser unsäglichen never-ending Story? Wenn man das halt so genau wüsste…

Als Fan der Baskets hat man es auch dieses Mal sicherlich nicht leicht, wenn es um den Wunsch nach dem Spielausgang geht. Soll man sich eine weitere Niederlage wünschen und darauf hoffen, dass die Verantwortlichen der s.Oliver Baskets vielleicht doch mal langsam aufwachen, oder ist diese Hoffnung eh aussichtslos und man wünscht sich daher endlich den ersten Saisonsieg, quasi als Befreiungsschlag für Team UND Trainer? Sollte man sich doch für die erste Variante entscheiden, wie hoch müssten die Mannen von Marcel Schröder verlieren damit diese ewigen Ausreden und Ausflüchte endlich aufhören und man endlich mal Manns genug ist um dem ganzen Gerede über die „Mechanismen dieses Geschäftes“ und „es ist bereits 5 vor 12“ auch mal Taten folgen zu lassen? Fragen über Fragen...

Doch nun zum Spiel an sich. Die Dragons aus Entenhausen stehen, für mich doch etwas überraschend, nach dem 5. Spieltag bei einer Bilanz von vier Siegen bei nur einer Niederlage und diese setzte es (wenn auch recht deftig) mit 64:86 gegen bislang ebenfalls bärenstarke EWE Baskets aus Oldenburg. Bei den vier Siegen triumphierte man unter anderem auch gegen die beiden Topteams von ALBA Berlin und Meister Brose Baskets Bamberg. Fakten die einem als Fan der krisengeschüttelten Würzburger wenig Hoffnung auf die Wende machen dürften.

Dazu passt, wie die sprichwörtliche Faust aufs Auge, dass bei den s.Oliver Baskets Center Koloss Jason Boone bekanntlich mindestens sechs Wochen mit einem Riss des Außenbandes ausfällt, was der ohnehin dünn besetzten Big Man-Rotation der Baskets zusätzliche Probleme bereiten dürfte. Einzig ein Ausweichen von Jamal Boykin auf die Position 5 und einige starke Minuten des immer noch nicht zu 100 % fitten Lamont Mack dürften hier für etwas Entlastung sorgen. Sollte Starting Center Chris McNaughton in den Duellen mit Kenny Frease und Anthony King zusätzlich frühzeitig in Foultrouble geraten, könnte das schon den Genickbruch für die Hoffnungen Baskets bedeuten. Für Youngster Maximilian Kleber dürfte die Partie wohl ohnehin noch etwas zu früh kommen.

Meiner Meinung nach müssen sich die Baskets an die Stärken der Vergangenheit erinnern und das Heil in der Defensive suchen, ansonsten wird es auch in Spiel Nummer sechs nichts zu holen geben. „Zauberzwerg“ David Holston (9.4 PPG und 4.6 APG) und Rückkehrer Brandon Thomas (15.4 PPG bei einer Quote von 51.8 Prozent) dürften da aber einiges entgegen zu setzen haben.

Team-Vergleich:







Punkte (im Schnitt)
76.4
77.2
Gegenpunkte (im Schnitt)
76.2
83.4
Wurfquote
45.6
44.6
3er Quote
32.4
41.8
Rebounds
24.1
35.0
Turnover
8.7
13.6
Effektivität
84.0
76.4


Für mich ist Quakenbrück nach Abwägen sämtlicher Stärken und Schwächen beider Teams, sowie der aktuellen Form der Leistungsträger, der haushohe Favorit in diesem Spiel. Würzburg hat eigentlich keine Chance, die gilt es zu nutzen um der Niederlagenserie endlich ein Ende zu bereiten. Sollte dies nicht gelingen, dann muss man auf Seiten der Verantwortlichen der s.Oliver Baskets endlich handeln und einen Wechsel auf der Trainerposition vornehmen.

Es ist längst nicht mehr 5 vor 12 sondern eigentlich bereits 5 NACH 12. Ein möglicher neuer Coach hätte dieses Spiel sehr gut als Vorbereitung auf das sehr wichtige Heimspiel gegen die ebenfalls noch sieglosen Eisbären Bremerhaven am nächsten Samstag gebrauchen bzw. nutzen können, allerdings gehen die Uhren im beschaulichen Würzburg bedauerlicherweise anders als beim Rest des Basketball Universums.

Das soll es dann auch schon wieder von mir gewesen sein. Natürlich könnt ihr auch gerne meine Fanseite auf Facebook besuchen und ein kleines Feedback zu diesem Artikel hinterlassen. Würde mich über zahlreiche Reaktionen sehr freuen.

Bis zum nächsten Mal,


Freddy

Freitag, 18. Oktober 2013

Ende mit Schrecken oder Schrecken ohne Ende?

Hallo zusammen,
zu einer weiteren, dieses mal eher kurzen, Ausgabe meines Basketball Blogs. Angesichte der Brisanz des morgigen Spiels, war mir das im Vorfeld doch einen weiteren Beitrag wert. Dieser Beitrag soll einfach einen kleinen Vorbericht auf das morgen anstehende Spiel der s.Oliver Baskets gegen ALBA Berlin bieten.
 vs.

(Samstag, 19.10.2013 um 20.05 Uhr, s.Oliver Arena Würzburg. Live auf Sport 1 und Sport1.de)

Würzburg gegen Berlin, gerade vor zwei Jahren gab es zwischen diesen beiden Organisationen richtig gute, spannende und emotional geladene Duelle.
Letzte Saison lebten die Spiele vor allem von der Brisanz der Vorsaison.
Und diese Saison? Tja da könnten die Vorzeichen wohl kaum unterschiedlicher sein. Würzburg steht nach vier Niederlagen (darunter zwei in der so uneinnehmbaren Turnhölle) zum Auftakt quasi schon mit dem Rücken zur Wand. Headcoach Schröder hat sozusagen ein do or die Spiel vor der Brust. Berlin hingegen bislang recht überzeugend in dieser Saison, trotz völlig neuem, teils recht unerfahren besetztem Kader. Unter der Woche mit einem sehr deutlichen Erfolg zum Eurocup Auftakt gegen einen anderen Erzrivalen, die Telekom Baskets Bonn.
Zwar stapelt man in der Hauptstadt in Sachen Saisonziel recht tief (Playoff-Qualifikation), vielleicht aber genau das Richtige um den Erwartungsdruck auf Coach Obradovic und seine junge Truppe nicht zu groß werden zu lassen.
Als Fan der s.Oliver Baskets ist man vor dem morgigen Spiel sicherlich recht zwiegespalten. Natürlich wünscht man sich auf der einen Seite endlich den ersten Saisonsieg für die eigene Mannschaft, allerdings würde man mit einer weiteren (deutlichen) Niederlage vielleicht endlich vom, ja sagen wir es so wie es sich über die letzten Wochen entwickelt hat, unliebsamen Headcoach Marcel Schröder und seinem planlos Basketball erlöst. 
Ich für meinen Teil hoffe doch eher, dass man mit einem letzten schlechten Auftritt die Weichen für eine bessere Zukunft der s.Oliver Baskets stellen wird. Ja steinigt mich dafür, aber ich habe auf diesen Krampf der letzten Monate und die immer wiederkehrenden Ausreden einfach keine Lust mehr. Ein Sieg für die Baskets und Coach Schröder würde vielleicht im ersten Moment nach dem Spiel für etwas Ruhe und Entspannung bei den Baskets-Verantwortlichen und auch im Umfeld schaffen, das eigentliche Problem, Coach Schröder himself, wird dadurch aber nicht gelöst und es ist daher nur eine Frage der Zeit, bis mit der nächsten Pleite oder den nächsten Pleiten, das Thema wieder von vorne los geht, denn eines sollte endlich jedem klar geworden sein. Weder Coach Schröder höchstselbst wie auch sein Team werden in dieser Konstellation keinerlei Fortschritte mehr machen. Die von vielen zu Beginn seines erneuten Engagements geforderte Chance hat er bereits mehrfach nicht genutzt.
Das soll es dann auch für dieses Mal schon wieder gewesen sein. Ich hoffe ihr hattet euren Spaß beim Lesen und nehmt mir meine Hoffnung für den morgigen Spielausgang nicht all zu übel ;). Entscheidet einfach für euch selbst, was euch lieber ist und drückt dem entsprechend die Daumen.
Bis zum nächsten Mal,
Freddy

Sonntag, 13. Oktober 2013

Ist Marcel Schröder noch zu halten?

Hallo zusammen,

zu einer weiteren Ausgabe meines Basketball Blogs. Um was es heute geht, könnt ihr euch sicherlich, nicht nur wegen der Überschrift dieses Beitrages, sicherlich denken.

Leider ist genau das eingetreten, wovor es mir nach erster Betrachtung des Auftaktprogramms für die neue BBL Spielzeit schon gegraut hat. Meine erste Reaktion damals, mit Rückblick auf die teils hanebüchenen Leistungen der letzten Saison: da ist im schlimmsten Fall ein 0:6 Start durchaus im Bereich des Möglichen.

Zwar haben wir heute erst den 4.Spieltag der Saison erlebt, dennoch ist man mit vier Niederlagen gestartet und da in den kommenden beiden Partien ALBA Berlin und die Artland Dragons aus Quakenbrück warten, ist man diesem Worst-Case-Szenario bereits mit Siebenmeilenstiefeln entgegen geeilt.

Was nun liebe Verantwortliche der s.Oliver Baskets? Das fragen sich zahlreiche Fans in den einschlägigen Internet Foren und Plattformen dieser Welt. Selten herrschte unter den online agierenden Anhängern solch eine Einigkeit wie nach dem erneuten Desaster am heutigen Sonntagnachmittag gegen die FRAPORT SKYLINERS.

Marcel Schröder ist als Trainer der s.Oliver Baskets nicht mehr tragbar, das findet die überwiegende Mehrheit der online schreibenden Fans.

Meine ganz persönliche Meinung zu diesem Thema ist ja schon seit langer Zeit bekannt. Nein, ein Freund von Marcel Schröder, dem Trainer, war ich nie und werde ich in diesem Leben auch nicht mehr werden. Da stehe ich zu und diese Meinung habe ich auch schon in der Vergangenheit offen und ehrlich vertreten.

Ich kann die Ausgangsfrage dieses Beitrags mit einem, für mich, klaren NEIN beantworten. Warum, das möchte euch in diesem Blog Beitrag einmal etwas näher bringen und hoffe doch sehr, dass ihr dieser Argumentation folgen könnt und es in gewisser Weise ähnlich seht.

1. Kaderzusammenstellung

Nach den Erfahrungen der jüngeren Vergangenheit, konnte ich von Beginn an einige Verpflichtungen, Weiterverpflichtungen von Marcel Schröder nicht wirklich verstehen bzw. nachvollziehen. Liegt natürlich immer etwas im Auge des Betrachters und an der Spielvorstellung des entsprechenden Trainers, aber wir Aussehstehende wissen ja sowieso immer alles besser, oder?

a. So wurde Maurice Stuckey, trotz eigentlich schwacher letzter Saison erneut von den Brose Baskets ausgeliehen. Hier kann man, mit viel Wohlwollen, noch argumentieren, dass er eine günstige Besetzung der sechs deutschen Spots im Kader ist, das war es aus meiner Sicht dann aber auch schon. Als Verteidiger durchaus zu gebrauchen, aber weder im Spielaufbau (Point Guard) noch als Scorer (Shooting Guard) wirklich geeignet.
b. Würzburgs Top-Rebounder und Verteidiger der letzten Saison, Dwayne Anderson, wurde durch den sich eher an der Dreierlinie aufhaltenden Lamont Mack ersetzt. Das wurde in den ersten drei Spielen dieser Saison mehr als deutlich. Rebound-Arbeit gleich null, dafür ein butterweiches Händchen von draußen. Man hat ja nicht genügend Scharfschützen auf den Guard Positionen. Zudem wurde Mack wohl trotz bestehender Knieverletzung gleich für die komplette Saison verpflichtet, ein Tryout-Vertrag bis Ende Oktober hätte es aus meiner Sicht auch erst mal getan, aber naja. Auf diese Verletzung wurde dann noch während der Preseason reagiert und Jamal Boykin nachverpflichtet. Warum Marcel Schröder in den ersten drei Spielen der Saison dann trotzdem auf einen nicht zu 100 Prozent fitten Lamont Mack gesetzt hat und der 100 Prozent einsatzfähige und willige Jamal Boykin draußen bleiben musste, wird wohl sein Geheimnis bleiben. Immerhin hat er Boykin dann heute gegen Frankfurt, vielleicht auch auf Druck der Öffentlichkeit, gebracht und dieser konnte auf Anhieb überzeugen. Mit 18 Minuten durfte er, für viele, sogar zu wenig spielen.

c. Mit Ricky Harris kehrte zudem einer der Halbfinal Helden von vor zwei Jahren an den Main zurück. Für Lucky Luke, musste LaMont McIntosh die Segel in der Domstadt streichen. Vor der letzten Saison wurde den Fans McIntosh noch als Upgrade zu Harris angepriesen. Wieso jetzt die Rolle rückwärts erfolgte, wird ebenfalls das Geheimnis von Herrn Schröder bleiben. Sicherlich ist Harris der bessere Schütze und Scorer im Vergleich zu McIntosh, jedoch weder als Organisator für den Spielaufbau, noch als Stütze in der Verteidigung zu gebrauchen.

d. Das Sommertheater um Ben Jacobson wurde ja auch schon in vollem Umfang diskutiert. Über die Pressemitteilung der Baskets, in der verbreitet wurde, man habe Tweety Carter nur verpflichtet, weil man nicht wusste bis wann der ehemalige Kapitän des Teams wieder fit werden würde, schmunzle ich noch heute, denn wenn man die Fakten kennt war die Mitteilung an Lug und Trug nicht zu überbieten. Dass Jacobson unter Herrn Schröder keine Sekunde Spielzeit mehr sehen wird, obwohl es im Team genau auf dieser Position wirklich zwickt, dafür braucht man kein besonders großer Basketball Experte sein.

2. Spielerscouting

In Verbindung mit der Zusammenstellung des aktuellen Teams muss dieser Punkt, wenn auch nur kurz, gesondert erwähnt werden. Warum im Gegensatz zu den Baskets aus Würzburg Teams wie Braunschweig (Isaiha Swann), Quakenbrück (David Holston) oder auch Bayreuth (Ronnie Burrell & Kyle Weems) nicht nur qualitativ hochwertige sondern auch gestandene BBL Spieler an Land ziehen können, ist schon interessant bzw. erstaunlich. Steckt da ein deutlich höheres Budget dahinter, oder einfach die Fähigkeit Spieler zu scouten und zu rekrutieren? Meine Antwort darauf könnt ihr euch sicherlich denken.

3. Spielphilosophie

Marcel Schröder gilt ja, das ist hinlänglich bekannt, als eher defensiv orientierter Trainer und hat dies in den Jahren zuvor ja auch mit durchaus ansehnlicher Verteidigungsarbeit dafür aber wenig durchdachten bzw. kreativen Offensivsystemen untermauert. Zudem stellten die s.Oliver Baskets letzte Saison die beste Defensive der BBL und das im Jahr eins nach Verteidigungsguru John Patrick.

Für die aktuelle Spielzeit wurde der Fokus von der, wie gesagt durchaus funktionierenden Defense, auf eine ehr offensiv orientierte Spielweise verändert. Für diese braucht man eine hohe Trefferquote, was in den bisherigen Spielen (vor allem von jenseits der Dreierlinie) eigentlich auch ganz gut funktioniert hat. Was ganz und gar nicht mehr funktioniert ist die Defense, denn so hat man in allen bisherigen Saisonspielen über 80 Punkte kassiert. Derzeit absoluter Spitzenwert in der BBL.

Diese löchrige Defense bedeutet aber gleichzeitig, dass man förmlich dazu gezwungen ist, selbst viele Punkte zu erzielen und das ist nur durch Würfe von „Downtown“ schwer ein komplettes Spiel über durch zu halten. Auf ein gut funktionierendes „Insidegame“ wartet man unterdessen vergeblich, wobei das evtl. auch an der aktuellen Verfassung der Würzburger Brettspieler liegen mag.

In Punkto Reboundarbeit hat man im Vergleich zur Vorsaison ebenfalls stark nachgelassen.

4. In-Game Coaching

Mein Lieblingspunkt in dieser Aufzählung, das gebe ich gerne zu.

Marcel Schröder wird ja immer wieder von seinen Vorgesetzten und auch Spielern bescheinigt, dass er ein absolut akribischer Arbeiter ist, der Basketball quasi 24 Stunden am Tag lebt und sein Team immer zu 100 Prozent auf den kommenden Gegner einstimmt. So weit, so gut. Allerdings macht nicht nur das einen guten Coach aus, sondern unter anderem auch die Fähigkeit, sich aktuellen Gegebenheiten in einem Spiel anzupassen bzw. auf gewisse Dinge die während einer Partie passieren, entsprechend zu reagieren.

Das ist schon in der Pro A keine von Marcel Schröders Stärken gewesen, ich erinnere mich da spontan an das Spiel in Crailsheim, wo man wirklich gut gestartet ist und danach durch eine Umstellung im Spiel der Merlins zunächst total aus dem Tritt und später sogar komplett unter die Räder kam.

Genau dies durfte, nein musste man in der aktuellen, noch sehr jungen, Saison bereits mehrfach erleben. Egal ob gegen Hagen (19:4 Führung), in Weißenfels (fulminante Aufholjagd nach der Halbzeit), gegen Ulm (zwischenzeitlichen 14 Punkte Rückstand aufgeholt und im letzten Angriff den Sieg weg geworfen) oder heute gegen die FRAPORT SKYLINERS (zwischenzeitliche 12 Punkte Führung durch ein 12:31 im letzten Viertel noch vergeigt) konnte der gegnerische Trainer sein Team durch einen Wechsel im eigenen System (offensiv oder defensiv) noch auf die Siegerstraße bringen, wogegen Marcel Schröder teils völlig überfordert und hilflos wirkend an der Seitenlinie stand. Seine Auszeiten sind da ein zusätzliches, sehr brisantes Thema. Nicht nur der Zeitpunkt wann eine Auszeit genommen wird, sondern auch das was innerhalb dieser 60 Sekunden besprochen wird, sollte das Ziel haben den aktuellen Lauf des Gegners zu unterbrechen, aber auch das eigene Spiel wieder in geordnetere Bahnen zu lenken.

Zu einem guten In-Game Coaching gehört für mein Dafürhalten auch, die eigenen Spieler ihrer Stärken entsprechend einzusetzen. Ich kann also einen ausgeschriebenen Scharfschützen wie Ricky Harris nicht zum Point Guard umschulen, wenn ich schon in der Vorbereitung gemerkt haben müsste, dass dieser den Ball nicht sicher nach vorne bzw. an den eigenen Mitspieler bringen kann und einen Ballverlust nach dem anderen produziert. Gleiches gilt auch für Mo Stuckey. Ich möchte den Spielern da auch gar keinen Vorwurf machen, sie machen halt das was ihnen vom Coach gesagt wird. Irgendwann muss ein Trainer halt auch mal einsehen, dass ein von ihm geplantes Element des Spiels nicht funktioniert. Das sture Festhalten daran zeugt nicht von besonders hoher Auffassungsgabe.

Ich habe immer noch die Worte einiger neutraler oder Schröder wohl gesonnenen Fans im Ohr, die stets gefordert haben dem Coach doch erst einmal eine faire Chance zu geben. In meinen Augen hatte er nun lange genug eben jene faire Chance und hat diese in meinen Augen absolut nicht nutzen können.

Möchte man die aktuelle Spielzeit noch irgendwie retten (ja ich weiß es sind erst vier Spiele absolviert, aber wen will man in der momentanen Verfassung denn überhaupt noch schlagen? Hagen, Weißenfels und Frankfurt sind ja nun, bei allem Respekt, nicht gerade die Hochkaräter dieser Liga, die kommen erst noch…) dann MUSS man jetzt reagieren und den Trainer wechseln, denn sonst sehe ich nicht nur für diese Saison schwarz was den Würzburger Basketball angeht. Ein derzeit durchaus zu befürchtender Abstieg in die Pro A würde dem finanziell angeschlagenen Club weitere (Sponsoren) Gelder kosten und könnte eine Abwärtsspirale in Gang setzen, die dann ein erneutes aus für den Basketball in dieser Stadt bringen könnte.

Natürlich würde eine Freistellung von Marcel Schröder eine neuerliche Abfindungszahlung bzw. Bezahlung bis zum Ende seines Vertrages ( nach der aktuellen Saison) nach sich ziehen und ein weiteres Trainergehalt für den dann neu zu verpflichtenden Trainer würde das angespannte Budget weiter strapazieren, dennoch muss man dieses Risiko aus meiner Sicht eingehen, denn ein Abstieg in die Zweitklassigkeit würde sicherlich einiges mehr kosten als ein zunächst (vielleicht bis Saisonende) befristeter und erfolgsorientierter neuer Trainervertrag mit anschließender Weiterbeschäftigung.

Aktuell sind einige, durchaus fähige und in der Vergangenheit in dieser Liga durchaus erfolgreiche Trainer auf dem Markt, die einem Engagement in einer Basketball Hochburg wie Würzburg sicherlich nicht abgeneigt wären. Namen möchte ich an dieser Stelle nicht nennen, das gebietet auch der Respekt vor dem aktuellen Trainer der s.Oliver Baskets. Jedoch dürfte jeder, der sich etwas in der BBL auskennt,  wissen wer gemeint ist.

Ich appelliere daher, einmal mehr, an das Management der s.Oliver Baskets:

Wacht bitte endlich auf und handelt, bevor es endgültig zu spät ist! Wie ein Blogger Kollege von mir bereits treffend geschrieben hat, es ist nicht mehr 5 vor 12 sondern bereits 12, also allerhöchste Zeit endlich etwas zu unternehmen.

Freilich fehlt mir da, nach den Erfahrungen der Vergangenheit, etwas der Glaube daran, die Hoffnung auf die Einsicht der Baskets Verantwortlichen, stirbt jedoch zuletzt.

Bis zum nächsten Mal,


Freddy

Freitag, 4. Oktober 2013

Böses Déjà-vu für die s.Oliver Baskets zum Saisonauftakt

Hallo zusammen,

zu einer weiteren Ausgabe meines Basketball Blogs.

Eigentlich wollte ich ja schon vor dem Auftaktspiel gegen Phoenix Hagen eine umfangreiche Saisonvorschau schreiben, rückwirkend betrachtet finde ich es richtig schade, dass das zeitlich nicht mehr hin gehauen hat.

Auch wenn einige Unverbesserliche diesen Beitrag wohl sicherlich wieder als Schwarzmalerei und Nörgelei abgetan hätten, es wäre so ziemlich viel von dem darin gestanden, was wir Zuschauer gestern Abend in der s.Oliver Arena erdulden bzw. mit ansehen mussten.

Doch erst einmal der Reihe nach…

Die Vorfreude auf den Start der neuen Saison war riesengroß. Die Wochen der Vorbereitung, der unzähligen (teilweise auch zweifelhaft erfolgreichen) Testspiele waren endlich vorbei. Endlich ging es wieder um Punkte in der BBL.

Als erstes durfte Phoenix Hagen, Überraschungsteam der vergangenen Saison und sensationeller Playoff Teilnehmer seine Visitenkarte in der Würzburger „Turnhölle“ abgeben.
Phoenix Hagen? Da war doch was… Richtig, eben jenes Phoenix Hagen, gegen die die Unterfranken zum Ende der letzten Saison leichtfertig, nein dumm, den direkten Vergleich noch aus der Hand gaben und somit die eigene Teilnahme an den Playoffs vergeigten.
Bei den Hausherren waren trotz anders lautender Vermutungen alle Mann an Bord. Auch der unter der Woche noch kränkelnde Scharfschütze Ricky Harris stand im Kader für die Saisonpremiere. Der geschasste ehemalige Baskets Kapitän Ben Jacobson (derzeit noch nicht fit *hust*) und Jamal Boykin (als Ersatz für die Zeit der Verletzung von Lamont Mack nachverpflichtet) mussten von der Bank aus zuschauen. Auch Würzburgs Dauerverletzter Maximilian Kleber saß in Zivil auf der Baskets-Bank. Braucht man eigentlich nicht gesondert erwähnen, ist seit Jahren ja eigentlich leider der Normalzustand.

Die s.Oliver Baskets starteten mit einem 19:4 Lauf furios in die Begegnung. Zu diesem Zeitpunkt musste einem, um die doch deutlich um Haltung ringenden Gäste, Angst und Bange sein. Man muss aber auch fairer Weise zugeben, dass dieser Start eher an der überdurchschnittlichen Dreierquote der Unterfranken lag und nicht etwa an der plötzlich so überragenden Spielweise. Die Würzburger Herrlichkeit sollte daher nicht von allzu langer Dauer sein. Bereits nach nur sechs Minuten drehte sich das Spiel und die Gäste konnten mit einem simplen Wechsel in ihrer Verteidigung den Hausherren den Schneid abkaufen und bis zum Ende des ersten Viertels auf 16:24 verkürzen.

Zu diesem Zeitpunkt konnte man als Würzburger Anhänger allerdings noch frohen Mutes sein, was sich mit Beginn des zweiten Viertels aber schnell geändert haben dürfte.

Hagen konnte seinen Run fortsetzen, Würzburg gelangen selbst die elementarsten Dinge des Basketball Sportes nicht. So schloss man zum Beispiel einen drei gegen eins Fastbreak nicht mit dem unter dem Korb völlig blank stehenden Jason Boone krachend per Dunking ab, sondern passte lieber zu dem an der Dreierlinie lauernden Ricky Harris, der den Ball prompt daneben setzte. Nach diesem Angriff durften nicht nur meine Nackenhaare seil zu Berge gestanden haben. So kam es wie es kommen musste, die Gäste aus Westfalen gingen nach einem viertelübergreifenden 10:31 Lauf (!!!) 5 Minuten vor der Pause durch einen Korb von Neuzugang Keith Ramsey erstmals in Führung.

Erst jetzt fühlte sich Würzburgs Cheftrainer Marcel Schröder dazu genötigt eine Auszeit zu nehmen, meiner Meinung nach viel zu spät. Zum Vergleich, sein Gegenüber Ingo Freyer nahm bereits nach einem zwischenzeitlichen 6:0 Lauf der Unterfranken sofort eine Auszeit um deren Rhythmus zu stören. So unterschiedlich kann Coaching sein…

Nach der Würzburger Auszeit kam allerdings einmal mehr das, was man auch schon aus der Vorsaison bestens kennt: Ein Ballverlust. In diesem Fall durch den Ersatz-PG Ricky Harris, der in diesem Spiel zwar in bekannter Art und Weise von jenseits der 3er Linie glänzen konnte (4 von 5), auf dieser Position aber nicht nur klar fehlbesetzt sondern schlichtweg überfordert ist. Sechs Ballverluste produzierte der Würzburger Dancing Star und ganze NULL Korbvorlagen standen dem entgegen.

Man lässt abseits des Spielfeldes ja auch keinen Klempner plötzlich Menschen am offenen Herzen operieren…

Das sehen alle ein, nur einer nicht und der muss dafür am Ende des Tages auch, verdienter maßen, die Prügel dafür einstecken.

Zurück zum Spiel. Drei Minuten vor der Pause lagen die Gäste bereits mit 30:37 in Führung. Nach einem erneuten Dreier von Ricky Harris und zwei weiteren Zählern von Bambergs Leihgabe Maurice Stuckey, stand es zur Pause „nur“ noch 42:43 aus Würzburger Sicht. Es war also nach wie vor alles möglich.

Das Spiel war dann in der ersten Hälfte des dritten Viertels lange Zeit relativ ausgeglichen. Das Highlight war ein verwandelter Dreier von Ricky Harris plus Foul, also ein eher seltenes Vier-Punkte Spiel zur erneuten 55:54 Führung für die Hausherren, die erste Führung seit langer, langer Zeit. Die Turnhölle kochte, der Turningpoint im Spiel, so waren sich viele Zuschauer auf der Tribüne um mich herum sicher. Was keiner ahnen sollte, es sollte tatsächlich die letzte Würzburger Führung in dieser Partie gewesen sein.

Was nun folgte, verschlug selbst den hartgesottensten Anhängern den Atem.

Im Gegensatz zu früheren Würzburger BBL Zeiten, unter einem gewissen zweifachen BBL Coach off the year, ergab man sich quasi in sein Schicksal. Kein Kampf, keine Gegenwehr, weiterhin völlig planlose Aktionen im Angriff und eine de facto nicht vorhandene Reboundarbeit schraubten die Gäste ihren Vorsprung Punkt um Punkt nach oben und das nicht etwa, wie man bei Phoenix Hagen ja eigentlich vermuten muss, wildes Gezocke und Dreiergeschieße (dafür waren an diesem Abend die Hausherren aus Würzburg zuständig) sondern durch solide Verteidigungsarbeit und daraus resultierenden leichten Punkten. Eben jene Spielweise, die eigentlich in Würzburg gezeigt werden soll bzw. von der Marcel Schröder immer wieder redet, sie aber auch nach fünf Jahren s.Oliver Baskets noch nicht umgesetzt hat.

Mitte des letzten Viertels zeigte die Anzeigentafel in der längst nicht mehr lauten Rot-Weißen-Hölle daher ein wahrlich erschreckendes Ergebnis. 60:79 aus Würzburger Sicht. Das hätte niemand, auch ich nicht, nach den ersten fünf Minuten der Partie auch nur ansatzweise für möglich gehalten. Doch die s.Oliver Baskets unter Marcel Schröder sind eben immer für die ein oder andere Überraschung gut…

Es folgte noch eine Szene, die ich in über 20 Jahren als Basketball Fan noch nicht gesehen habe und über die man eigentlich herzhaft lachen könnte, wenn es denn nicht so bitter gewesen wäre.

Es gab kurz vor dem Ende noch einmal eine Auszeit. Würzburgs Center Christopher McNaughton hatte gerade sein 4. Und 5. Foul (letzteres ein technischen Foul als Reaktion auf Foul Nummer vier) kassiert. Sein Name leuchtete in rot auf der Anzeigentafel und dennoch wurde er vom Coach wieder aufs Feld geschickt. Klar kann das in der Eifer des Gefechtes mal passieren, aber diese Szene war einfach symptomatisch für das ganze Spiel der Würzburger Mannschaft und ihres Trainers.

Hagen jetzt nur noch in verwaltender Position und Würzburg mit dem Mute der Verzweiflung und entsprechender Ergebniskosmetik. Am Ende ging das Spiel mit 79:86 an die Gäste aus Hagen. Durchaus schmeichelhaft aus Würzburger Sicht, für sichtlichen und unüberhörbaren Unmut unter den in den letzten Monaten so leidgeprüften Würzburger Fans reichte es dennoch.
Meine abschließende Meinung zu diesem, aus Würzburger Sicht, Desaster.

Wenn es, bei allem Respekt, selbst einem Team wie Phoenix Hagen durch einen simplen Wechsel der Verteidigung gelingt ein anderes BBL Team derart aus dem Konzept zu bringen, dann läuft bei dem gegnerischen Team auf der Kommandobrücke so einiges verkehrt.
Ich bin felsenfest davon überzeugt, dass Marcel Schröder mit einem wilden Hagener Team gerechnet hat, dass einen Dreier nach dem anderen nimmt (so wie man selbst halt) und dem entsprechend seinen Gameplan aufgestellt hat. Als die Gäste jedoch, völlig überraschend, gut verteidigten und ihre Angriffe wohl strukturiert und organisiert ausspielten, war dieses schöne Konzept sauber über den Haufen geworfen und wie man ja weiß, kann Marcel Schröder seinen Gameplan den aktuellen Gegebenheiten eines Spiels einfach nicht anpassen. Da braucht jetzt auch keiner kommen von wegen die bösen Schiedsrichter bla bla, diese Niederlage haben sich die s.Oliver Baskets ganz alleine zu zu schreiben. Klar waren die schnellen Fouls gegen John Little zum Teil schon diskussionswürdig, allerdings muss man als Trainer halt so schlau sein und so einen wichtigen Spieler dann bis zur Pause draußen zu lassen.

Anderes Beispiel, Jimmy McKinney. Warum in drei Teufelsnamen erkennt man nicht, dass Jimmy an diesem Abend die Lichter auf dem Parkplatz vor der Halle reihenweise ausschießt und lässt ihn daher einfach mal auf der Bank sitzen und bringt einen Energizer wie Sebbo Betz. Nein, man lässt den McKinney schön weiter machen, für mich einfach nicht nachvollziehbar.
Der Gipfel war für mich jedoch, dass das in der Vorbereitung bereits erprobte und gnadenlos gescheiterte Experiment mit Ricky Harris auf der Position des Spielmachers fortgesetzt wurde. Ricky Harris hat eine fast unübertreffliche Qualität, die da lautet -von der Bank kommend- heiß zu laufen und Punkte am Fließband zu produzieren und zwar von der Dreierlinie. Nicht mehr und nicht weniger sollte seine Rolle sein. Mal sehen wie lange es noch dauert, bis selbst der letzte das endlich eingesehen hat.

Anderes Thema, die Reboundarbeit. Hat man in Kreisen der s.Oliver Baskets schon mal davon gehört, dass beim Rebound die Möglichkeit besteht seinen Gegenspieler auszuboxen, also vom Rebound fern zu halten? Hieran darf man schon gepflegt zweifeln, wenn man mit ansehen muss wie selbst der kleine Hagener PG Ole Wendt gegen McNaughton und Mack im Land der Riesen dennoch den Ball abgreifen kann. Der pure Wahnsinn…

Klar war das erst ein Spiel der Saison und klar kommen da noch 33 andere, aber trotzdem müssen selbst beim Letzten im Würzburger Umfeld die Alarmglocken schrillen und das nicht zu knapp. Mit solch einer Leistung kann man in dieser Liga keine Spiele gewinnen. Gegen Hagen nicht, gegen die Spitzenteams nicht und auch gegen den Aufsteiger aus Vechta nicht.

Aufwachen Baskets, bevor es wirklich endgültig zu spät ist!!!

Sonntag besteht die nächste Chance es besser zu machen, allein der Glaube daran fehlt mir nach dieser Vorstellung ein wenig.

Das soll es dann auch schon wieder von mir gewesen sein. Ich hoffe ihr hatten euren Spaß beim Lesen.

Bis zum nächsten Mal,


Freddy

Mittwoch, 21. August 2013

Vater des Würzburger Basketball Booms zieht sich weiter zurück

Hallo zusammen,

zu einer neuen Ausgabe meines Basketball Blogs. Die Teams sind mittlerweile alle in die Vorbereitung auf die neue BBL Saison gestartet und doch beherrscht hier in Würzburg ein ganz anderes Thema die Schlagzeilen.

Dass Jochen Bähr ab der neuen Spielzeit 2013-2014 bei den s.Oliver Baskets deutlich kürzer treten würde, war im Umfeld des fränkischen Basketball Bundesligisten schon länger ein offenes Geheimnis. Zu zeitintensiv sei die Arbeit bei den Baskets mittlerweile geworden um diese weiterhin mit dem Posten des Geschäftsführers im eigenen lokalen Unternehmen kombinieren zu können, so Bähr. Verständlich, zumindest für alle die in etwa wissen wie viel Aufwand Bähr in den letzten Jahren ehrenamtlich für „seine“ Baskets betrieben hat. Außerdem gibt es ja, man mag es kaum für möglich halten, auch noch die Privatperson Jochen Bähr, für die er in den vergangenen Jahren sicherlich recht wenig Zeit gehabt haben dürfte.

Kaum verwunderlich also, dass die Baskets am 22.05.2013 den Rückzug von Jochen Bähr als Geschäftsführer der s.Oliver Baskets zum 30.06.2013 bekannt gaben. Zukünftig solle Steffen Liebler (nach dem Ausstieg vom zweiten Baskets Mitgründer Klaus Heuberger in die Führungsetage aufgerückt) die Baskets als alleiniger Geschäftsführer weiterführen. Bähr indes strebte die Führung des neu geplanten Aufsichtsrates der s.Oliver Baskets an.

Soweit so gut also, doch schon bald sollten die ersten kleinen Wolken über der heilen Baskets Welt auftauchen.

Beim „Kiliani Stammtisch“ vom örtlichen Lokalsender sprach Jochen Bähr erstmals über gewisse Disharmonien, die es auf dem Weg zum Vorsitz des Aufsichtsrates der Würzburger Basketballer auszuräumen gilt. Die übrigen Gesellschafter würden sein Streben nach Fortschritt und Wachstum der Baskets derzeit noch nicht mittragen. Zudem wirkte er bei dieser Interviewrunde sehr angespannt und schloss auch hier schon einen weiteren, kompletten Rückzug von seinem „Baby“ nicht mehr aus.

Hinter der sprichwörtlichen Hand munkelte man schon diesem Zeitpunkt, dass der angestrebte Bau einer neuen Multifunktionshalle einer der Streitpunkte sein könnte. Einige in der Gesellschafterrunde seien von der Rentabilität solch einer Halle nicht unbedingt überzeugt. Allerdings wurde von Jochen Bähr und auch Steffen Liebler in der Vergangenheit immer wieder betont, wie wichtig eine neue Halle für die langfristige Installation der s.Oliver Baskets in der Spitze der Basketball Bundesliga sei. Ohne diesen Hallenbau werde es, aufgrund der limitierten Sponsoren und Vermarktungsmöglichkeiten der deutlich in die Jahre gekommenen Schulturnhalle „s.Oliver Arena“, auf Dauer keinen Bundesliga Basketball mehr in Würzburg geben.

Bekanntlich ist die Beko Basketball Bundesliga eine der am rasantesten wachsenden Ligen in Europa, welche sich zum Ziel gesetzt hat bis 2020 die kontinentale Nummer eins zu sein. Dieser Entwicklung kann man, zweifelsfrei, mit der aktuellen Spielstätte nicht Schritt halten. Vor allem nicht, wenn man sieht wie an anderen Bundesliga Standorten neue Arenen aus dem Boden gestampft werden (Ulm, Oldenburg).

Das Interview bereitete zwar einigen Basketsfans und Basketball Interessierten schon gewisse Kopfzerbrechen und etwaige Untergangsszenarien wurden im Internet zahlreich gesponnen, doch war man sich grundsätzlich einig dass die Gesellschafter und Jochen Bähr schon einen gemeinsamen Konsens finden würden.

Am vergangenen Montag, den 19.08.2013 platzte dann die Bombe in Form eines Zeitungsartikels des örtlichen Lokalblattes mit der Überschrift „Baskets-Mitbegründer Jochen Bähr zieht sich weiter zurück“ mit dem Zusatz „Der Baskets-Mitbegründer verzichtet künftig auf ein Aufsichtsrats-Mandat beim Würzburger Erstligisten“. Boom! Das hat in der Würzburger Basketball Szene wie ein Blitz eingeschlagen und wurde wohl nur von den wenigsten Experten erwartet.

Weiter wird Jochen Bähr mit den Worten zitiert: „Da die Arbeit im Aufsichtsrat ebenso zeitaufwendig und belastend wäre wie die Funktion als Geschäftsführer, kann ich dies mit meiner Tätigkeit als Geschäftsführer bei 'büroforum' nicht mehr vereinbaren“. Diese Worte erreichten zahlreiche Sponsoren und Partner der s.Oliver Baskets in Briefform und dürften wohl für erhebliches Aufsehen gesorgt haben, vor allem da Bähr nach Aussage der Baskets zukünftig weiterhin für die Akquise und Betreuung der Sponsoren zuständig sein sollte.

Eigenen Angaben nach hat Jochen Bähr den übrigen Gesellschaftern angeboten, als Geschäftsführer seiner eigenen Firma zukünftig kürzer zu treten, um den zeitlich steigenden Aufwand als Baskets-Manager weiterhin meistern zu können. Gegen ein entsprechendes Honorar natürlich, mit dem er die Gehaltsausfälle seiner Geschäftsführer-Tätigkeit in der eigenen Firma ausgeglichen hätte. Soweit eigentlich alles gut nachvollziehbar und verständlich, allerdings lehnten dies die anderen Mit-Gesellschafter  um Rechtsanwalt Bruno Fraas, Steuerberater Norbert Wagner sowie Projekt-Manager Gerold Bader unter dem Hinweis auf die fehlenden finanzielle Grundlage im Budget der Baskets ab.

Ein Schlag ins Gesicht von Jochen Bähr, für den es nach eigener Aussage nach sieben Jahren nun auch einmal Zeit wird an sich zu denken.

Quo vadis, Würzburg Baskets?

Viele im Umfeld der s.Oliver Baskets fragen sich daher nun, wie es wohl ohne den „Vater des Erfolges“ weiter gehen soll, den Untergang der damaligen Bundesliga Basketballer X-rays stets im Hinterkopf.

Wieder werden im Internet (vor allem bei der Basketball Community „Schönen Dunk“) die wildeste Theorien und Untergangsszenarien gesponnen. „Ohne Bähr wird es zukünftig keine Baskets mehr geben“ meinen dort nicht wenige User. Schließlich sei er es gewesen, der die am Ende der kommenden Spielzeit auslaufenden Verträge mit den wichtigsten Sponsoren eingefädelt hat. Passend zu diesen Meinungen hat Baskets Hallensprecher Matthias Bielek eine Online-Petition zum Verbleib bzw. zu Installation von Jochen Bähr als hauptamtlichen Manager der Baskets gestartet. Der Erfolg dieser Petition, welche an die übrigen Gesellschafter direkt gerichtet ist, darf durchaus kritisch gesehen bzw. bezweifelt werden und könnte sich im Umkehrschluss (bei Misserfolg) als böser Boomerang für Jochen Bähr erweisen.

Ich für meinen Teil bin da eher der Meinung die verbliebenen Gesellschafter (alles renommierte Geschäftsleute oder Anwälte mit gutem Netzwerk) sind auch nicht auf der sprichwörtlichen Brotsuppe daher geschwommen und wären durchaus in der Lage die Sponsoren weiterhin im Boot zu halten und ggf. neue dazu zu holen.

Freilich ist es vor allem dem Einsatz von Jochen Bähr und Klaus Heuberger zu verdanken, dass innerhalb der letzten sieben Jahre wieder einen Basketball Bundesligisten rasant heran gewachsen ist, dessen begeisterungsfähiges Umfeld sicherlich seines Gleichen sucht. Dennoch bin ich schlichtweg der Meinung, dass jeder Mensch irgendwann einmal an die Grenzen seiner Möglichkeiten stößt, sowohl zeitlich als auch fachlich. Zweifelsfrei hat Jochen Bähr durch seinen Wirtschaftsbackground eine solide Basis für die Langfristigkeit des Projekts Würzburg Baskets geschaffen, jedoch hat er in der Vergangenheit bei einigen Entscheidungen, den sportlichen Bereich betreffend, kräftig daneben gelangt. Angefangen mit der Entlassung von Erfolgscoach John Patrick und der Wiederberufung von Marcel Schröder als dessen Nachfolger bis hin zum Verzicht auf einen wirklichen Basketball Experten als Sportlichen Leiter, waren dies alles Dinge die den langfristigen Erfolg und Wachstum dieses Projektes negativ beeinflussen können. Den eigenen Ansprüchen betreffend der Professionalisierung der Baskets hinkt dies in meinen Augen jedenfalls gewaltig hinterher. Auch im Lager der Fans kamen diese Dinge vielerorts nicht gut an und haben, auch spürbar, zu einem Abflauen des Baskets-Hypes geführt. Noch lässt sich das in Zahlen sicherlich nicht sichtbar fest machen, allerdings kann auch das nur eine Frage der Zeit sein, z.B. wenn der sportliche Erfolg in dieser Saison erneut ausbleiben sollte.

Ist der Rückzug von Jochen Bähr dann vielleicht doch eher ein Manöver zum eigenen Schutz, falls seine sportlichen Entscheidungen sich längerfristig als falsch heraus stellen sollten? Hatten die Mit-Gesellschafter vielleicht auch einfach keine Lust mehr auf die, nach außen zumindest so wirkende, One-Man-Show von Jochen Bähr? Seine Begeisterung und sein Engagement für die Würzburg Baskets möchte ich ihm an dieser Stelle keinesfalls absprechen, ganz im Gegenteil. Jedoch hat er doch das ein oder andere Mal Kritiker und Leute mit anderer Meinung bzw. Ansichten wurden weggelobt oder ausgetauscht. Sogar den Beinamen „Sonnenkönig des Würzburger Basketballs“ bekam er von einigen Fans auf Grund dessen verliehen.

Daher sage ich zum Abschluss dies Beitrags: Vielen Dank Jochen Bähr für die geleistete Arbeit in den vergangenen sieben Jahren. Ohne dich und Klaus Heuberger müssten wir heute wohl immer noch nach Frankfurt oder Bamberg fahren um Bundesliga Basketball zu sehen. Genieße einfach den Rückblick auf das von euch Erreichte.

Trotzdem sehe ich den möglichen Kompletttückzug von Jochen Bähr von den s.Oliver Baskets weitaus  weniger dramatisch als so manch andere, Bähr nahe Person. Viel mehr könnte dies der Startschuss für eine, meiner Meinung nach auch nötige, neue und in vielen Bereichen professionellere Ausrichtung der s.Oliver Baskets werden. Aber nur dann, wenn die Gesellschafter sich trauen auch mal entsprechend kompetente Leute von außen dazu zu holen.


Denn wie sagt man so schön „der Blick von außen ist oftmals klarer als der von innen“.

Das soll es dann auch schon wieder von mir gewesen sein. Aufgrund der Aktualität und der Brisanz des Themas würden mich eure Meinungen dazu dieses Mal noch brennender interessieren. Schaut einfach mal auf meiner Facebook Fanpage vorbei und sagt was ihr von der ganzen Sache haltet. Ich freue mich auf eure Meinungen!

Bis zum nächsten Mal,

Freddy